
Wohninvestments in Kanada
Autor
Prof. Dr. Ulrich Nack

Blogbeitrag
Wohninvestments in Kanada
Warum der kanadische Wohnungsmarkt so attraktiv ist:
Als Prof. Steffen Sebastian auf einer Podiumsdiskussion zu Prof. Hans-Werner Sinn sagte, „ich habe einen Freund, der will nach Kanada auswandern“, antwortete Prof. Sinn ohne zu zögern: „Die Kanadier machen alles richtig!“ Kanada zeichnet sich durch politische Stabilität und ein transparentes Rechtssystem aus. Im viel beachteten Global Peace Index liegt Kanada auf Rang elf, Deutschland dazu im Vergleich schafft es nur auf Rang zwanzig.
Kanada hat eine wachsende Bevölkerung mit derzeit etwa 40 Millionen Einwohnern, bis 2050 werden 50 Millionen Einwohner erwartet, die Auswahl der Einwanderer erfolgt konsequent nach dem Kriterium, der wirtschaftlichen Prosperität des Landes zu dienen. Kanada lässt pro Jahr ca. 400.000 Einwanderer ins Land. Mehr als die Hälfte davon sind ausgewählte „skilled workers“, sie dürfen, wenn sie sich beruflich erfolgreich etabliert haben, mehrere Jahre später Familienangehörige nachziehen. Das Budget für die Aufnahme von Flüchtlingen beträgt maximal 10%. Wer Steuern zahlt, ist willkommen, auch wer eine gute Perspektive auf erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt glaubhaft nachweisen kann.
Es gibt einen gesunden Patriotismus ohne Neigung zu Überschwang, ganz einfach einen natürlichen Stolz auf das, was man erreicht hat. Das größte Asset von Kanada ist der bevölkerungsübergreifende Konsens, zu Wohlstand und Demokratie einen Beitrag leisten zu wollen. Bahnhofstoiletten sind sauber, und Schmierereien in den U-Bahnen gibt es nicht.
Auf dem Wohnungsmarkt muss es angesichts einer solchen Entwicklung der Einwohner zu Engpässen kommen, insbesondere in Großstädten wie Toronto, Vancouver und Montreal. Investitionen in Wohnimmobilien versprechen daher ein hohes Rendite- und Wertsteigerungspotential. Dabei liegt der Schwerpunkt ganz eindeutig im Mietwohnungsbau. Laut der CMHC, der Canadian Mortgage Housing Corporation, werden bis 2030 knapp 6 Millionen neue Wohnungen gebraucht.
Investitionen sind für deutsche Investoren derzeit auch wegen des günstigen Wechselkurses und der vergleichsweise geringen Kosten der Währungssicherung attraktiv. Über die CMHC (vergleichbar mit der deutschen KfW) können attraktive Darlehenskonditionen realisiert werden.
Investitionen sollten immer von einem starken lokalen Partner begleitet werden. Das KAGB erlaubt einfache und zugleich geschickte Strukturierungen, die im Gesamtergebnis ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis ermöglichen, welches vergleichbare Investitionen in deutsche Wohnimmobilien nur schwer erreichen können. Das kanadische Mietrecht ist übrigens eher mit dem deutschen Mietrecht, als mit dem U.S.-amerikanischen Mietrecht zu vergleichen. Grundsätzlich wird der Mieter mehr geschützt als in den USA, allerdings nicht vergleichbar mit den Zuständen in Deutschland.
Nicht erfreut ist man in Kanada über die verbalen Attacken des U.S.-amerikanischen Präsidenten. Angesichts der vielen Herausforderungen, vor denen die U.S.-amerikanische Administration steht, kann man aber davon ausgehen, dass die Eingemeindung als 51. Bundesstaat nur eine sehr geringe Priorität aufweist. Umgekehrt führen die Attacken dazu, dass die Kanadier ihr Wirtschaftssystem aus sich heraus stärken. Noch immer gibt es viele Ineffizienzen, weil die starken Provinzen einer vergleichsweise schwachen Föderation gegenüberstehen und ihre „eigenen Süppchen“ kochen. Die Harmonisierung ist erstaunlicherweise eher rückständig, bislang hielt man dies offensichtlich nicht für erforderlich. Diese Potentiale werden derzeit im Eiltempo gehoben und versprechen weiteres wirtschaftliches Wachstum.
weitere Informationen
Werden Sie FondsForumMagazin-Leser!
Fachartikel, Informationen und Nachrichten der institutionellen Immobilienwirtschaft.




