HotelReturn 2026

Konferenzbericht

- Rückblick-
 

2 TAGE 
5 THEMENBLÖCKE 
34 REFERENT:INNEN
18 KOOPERATIONSPARTNER

 

Die HotelReturn 2026 versammelte am 25. und 26. Februar 2026 im Sofitel Frankfurt Opera führende Vertreter aus Hotellerie, Immobilienwirtschaft und institutionellem Investment. 
In fünf Themenblöcken bot die Konferenz ein umfassendes Bild der aktuellen Marktlage. Eine Einstiegsumfrage zeigte einen sehr positiven Ausblick: 85 % der Investoren planen bis 
2027 Investitionen, wenngleich der Wunsch nach verbesserten Finanzierungsmöglichkeiten verdeutlicht wurde.

 

1. Konferenztag 25. Februar 2026

I. Investmentvoraussetzungen 2026
Olaf Steinhage und Oliver Strumpf eröffneten die Veranstaltung mit einem Verweis auf den langjährigen Bestand der Konferenz und leiteten in den ersten Themenblock über.

Marion Mühlberger zeichnete ein Bild von Unsicherheit und Volatilität als neues Normal und sieht das deutsche Wirtschaftswachstum mit bis zu 1,5 % über dem Marktkonsens, gestützt durch erhöhten Auftragseingang, auch aus dem Rüstungssektor.

Prof. Dr. Sandra Rochnowski prognostizierte 2026 als neues globales Rekordjahr bei den Gesamtumsätzen, mit Luxus im deutlichen Wachstum in Europa. Deutschland zeigt hohe Reiseintensität, bleibt jedoch Schlusslicht bei den Zimmerraten.

Helena Rickmers beobachtete europaweit Renditekompressionen bei steigenden Transaktionsvolumina, mit Top-7-Standorten, Prime-Lagen und Upscale/Luxury im Fokus. Hotels haben von anderen Assetklassen profitiert und können sich nun als eigenständige Strategie beweisen.

David Kellett beleuchtete Deutschlands strukturelle Schwächen im europäischen Vergleich: geringerer Luxury-Anteil, niedrigere RevPAR-Basis und weniger diversifizierte Käuferstruktur bei gleichzeitig restriktiverer Owner-Operator-Selektion.

Im Diskussionspanel unter Moderation von Marc P. Werner diskutierten Erik Florvaag, Mario Maxeiner und Karl-Heinz Pawlizki HMAs als klare Wachstumschance, die jedoch neue Vertragsstrukturen und mehr Flexibilität seitens der Brands sowie intensivere Zusammenarbeit zwischen Marken und White-Label-Betreibern erfordern.

 

II. Hotelbetreiber

Michael Lidl plädierte für vergleichbare Ratings und Rankings für Betreiber, insbesondere vor dem Hintergrund jüngster Insolvenzen. Patrik Hug unterstrich die Bedeutung umfänglicher Betreiber-Reportings und erläuterte, welche Stakeholder aus welchen Gründen auf Datentransparenz angewiesen sind.

Im Interview mit Olaf Steinhage betonte Jürgen Gangl, dass das gemeinsame Interesse von Asset Management, Betreiber und Investor die Wertsteigerung der Liegenschaft sei. Transparenz durch Reporting sei der Schlüssel zur Identifikation von Maßnahmen im Kosten- und Energiemanagement.

Im Diskussionspanel unter Moderation von Olaf Steinhage mit Oliver Mathée, Alexander Trobitz und Thiemo Willms zeigte sich, dass Wachstum derzeit vorwiegend von internationalen Betreibern getrieben wird, während Produktkonzeption und Skalierbarkeit die entscheidenden Wachstumsfaktoren der Gegenwart sind.

 

III. Investorenchancen

Philipp Huterer stellte dar, wie Investoren ihre Prioritäten neu setzen: Track Record, Performance-Transparenz und Mietabdeckungsfaktoren rücken in den Vordergrund, das Produkt wird durch die vier S (Substanz, Story, Struktur, Steuerung) definiert.

Birger Ehrenberg plädierte für individuelle, betriebsorientierte Wertansätze: operative Exzellenz, Drittverwendungsfähigkeit und Transparenz sind die entscheidenden Werthaltigkeitsfaktoren.

Andreas Löcher erläuterte, dass regulatorische Rahmenbedingungen für Immobilien-Sondervermögen Pachtverträge gegenüber HMAs bedingen, variable Pachtmodelle und Basket-Strukturen jedoch Möglichkeiten zur differenzierten Risikoübernahme bieten.

Im Diskussionspanel unter Moderation von Tina Froböse mit Frank Hildwein, Sebastian Koch und Tobias Waldschmidt fungiert ESG als klarer Investitions- und Exitfilter, während überkaufte Märkte in Südeuropa sowie Midscale-Konzepte ohne eindeutigen USP als zunehmend problematisch identifiziert wurden.

Olaf Steinhage schloss den ersten Tag mit dem Fazit, dass Transparenz und Partnerschaft zwischen Eigentümern und Betreibern die zentralen Erfolgsfaktoren sind. Der Abend klang mit Sektempfang und Konferenzdinner aus.

 

Tag 2 – 26. Februar 2026

IV. Wachstums- und Investmentchancen

Jörg Quentin hob die Vorteile von Hotelbeimischungen im Finanzierungsportfolio durch hohe Cash-Flow-Transparenz und heterogene Nachfragetypen hervor und betonte die Notwendigkeit spezifischer Covenants angesichts der besonderen Risikoprofile von Hotelimmobilien.

Dr. Peter Ebertz zeigte, dass Konversionen wirtschaftlich nur dann tragfähig sind, wenn das Bestandsobjekt die passende Ausgangslage bietet. Mut, Expertise und das wirklich passende Asset seien unabdingbar.

Im Diskussionspanel unter Moderation von Oliver Strumpf mit Benjamin Ploppa, Metehan Sen und Robert Stolfo wurden Owner-Operator-Strukturen und Repositionierungen in Südeuropa als attraktive Opportunitäten hervorgehoben, während Fonds durch Mittelabflüsse unter Liquiditätsdruck stehen.

 

V. Hotelimmobilien-Zukunft

Alexander Aisenbrey forderte eine klare Rückbesinnung auf den Gast: Hotels müssten Gäste begeistern, statt primär Eigentümerinteressen zu bedienen. Deutschland neige zu übermäßiger Risikoaversion und Bedenken.

Anna-Lena Hetzel plädierte für eine stärkere Differenzierung der Leisure- und Luxushotel-Sparte, da unterschiedliche Zielgruppen und Preissensibilitäten eine eigenständige Betrachtung erfordern und das Leisure-Segment besonders hohes Potenzial bietet.

Im abschließenden Diskussionspanel unter Moderation von Max C. Luscher mit Christian Claßen, Rahim Derin, Tina Froböse und Ursula Kriegl wurden hybride Digitalisierungsansätze, konsequente Kostenoptimierung und Transparenz auch auf Eigentümerseite als zentrale Hebel identifiziert inklusive belastbarer FF&E-Rücklagen. Auch aus der Zuhörerschaft wurde die Bedeutung von FF&E-Rücklagen als Teil des Eigentums betont, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Insolvenzen.

Olaf Steinhage und Oliver Strumpf verabschiedeten die Teilnehmer mit einem gemeinsamen Mittagessen.


 

Zusammenfassung

Die HotelReturn 2026 zeichnete ein differenziertes, aber optimistisches Bild der Assetklasse Hotel: Transparenz, partnerschaftliche Betreiberstrukturen und operative Exzellenz sind die Schlüsselfaktoren für nachhaltigen Investmenterfolg. Deutschland bleibt trotz struktureller Herausforderungen ein relevanter Markt mit Aufholpotenzial im Luxury- und Leisure-Segment sowie durch neue Vertragsmodelle, die institutionellen Anforderungen gerecht werden.

Wir danken allen Sponsoren und Referent:innen für das großartige Engagement, fachlichen Beiträge und wertvollen Impulse, die diese Konferenz erst möglich gemacht haben. Eine vollständige Übersicht aller Partner, VideoStatements der Teilnehmenden und Impressionen der Konferenz erhalten Sie unter: HotelReturn.de

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HotelReturn
24./25. Februar 2027, Frankfurt

Autor

Autor: Tim Barthel
TH Mittelhessen