ESG-Kennzahlen – Definition und Anwendung

24.11.2023

Autorin

Pia Hoffmann-Gallert

Pia Hoffmann-Gallert

Managerin ESG und Sustainability

Wüest Partner

Blogbeitrag

ESG und Nachhaltigkeits- Kennzahlen – Definition und Anwendung

Mit dem EU Green Deal und den daraus resultierenden Verordnungen ist der Druck auf die kapitalmarktorientierten Unternehmen größer geworden, ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen transparent zu kommunizieren. Die damit verbundenen Themen sind im Markt auch immer mehr die Grundlage für Entscheidungen und Investments in Immobilien. Die große Frage, die sich alle Marktteilnehmer stellen, ist, welche Kennzahlen müssen erfasst sein oder werden.

Stakeholder interessieren sich immer mehr für die Nachhaltigkeitsstrategien der Unternehmen. Die aktuelle CSR-Berichterstattungsrichtlinie gilt zur Zeit für große Unternehmen von öffentlichem Interesse (z.B. börsen-notierte Gesellschaften mit mehr als 500 Beschäftigten). Ab 1. Januar 2024 gilt zudem, dass dies auf Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeiter:innen und auf alle anderen bilanzrechtlich großen Unternehmen sowie kapitalmarkt orientierte KMUs sukzessive ausgeweitet werden wird.

In den Nachhaltigkeitsberichten sind 5 Aspekte, die sich standardgemäß, auch in der CSR-Richtlinie wiederfinden, zu beantworten. Dies sind zum einen Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange sowie Achtung der Menschenrechte und auch Bekämpfung von Korruption/Bestechung. Zu Beginn wird meistens eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt zur Ermittlung, was bereits im Unternehmen umgesetzt wird und in welcher Weise bzw. was in den Fokus gerückt wird, beispielsweise auch als Marketingeffekt.

Eine genaue Definition, welche Kennzahlen veröffentlicht werden müssen, gibt es über die EU-Taxonomie. Die Kennzahlen liefern sowohl den Unternehmen selbst, als auch der Öffentlichkeit eine Transparenz.

So sind beispielsweise Umweltbelange vor allem für die Öffentlichkeit bzw. Investoren wichtig (z.B. CO2-Emissionen).

Die häufigsten Kennzahlen in Bezug auf Umweltaspekte, welche auch die Möglichkeit der Messung des ökologischen Fußabdruckes von Unternehmen ermöglichen, sind wie folgt:

  • CO2-Emissionen/Einsparungen/Stranding- Point
  • Treibhausgasemissionen
  • Verbrauchsdaten von Energie (Wärme, Kälte, Strom)
  • Verbrauchsdaten von Wasser
  • Verbrauchsdaten von Abfall (Anzahl der Ströme, Turnus der Leerung, Menge)
  • Wiederverwertungsrate (Baustoffe, Wasser, etc.)
  • Erneuerbare Energien (eigenes BHKW, Anteile in Energieträgern, PV, etc.)

WüestPartner hat in Bezug auf die Ermittlung von Kennzahlen eine Studie erarbeitet in der untersucht wird, welchen Einfluss und Auswirkungen die Energieeffizienzklasse von Energieausweisen bei Wohngebäuden auf die Mietund Kaufpreise und damit auf den Wert der Immobilien, haben.

Das Ergebnis zeigt, dass sowohl Mieten als auch Kaufpreise in den niederen Preis segmenten mit sinkender Energieeffizienklasse geringer werden. Je besser die Energieeffizienzklasse, desto höher fallen Mieten und Kaufpreise aus. Ebenfalls wird deutlich, dass das Potential zur Mietsteigerung durch eine energetische Sanierung erfolgreich sein kann.

Als Datengrundlage wurden die Daten der IDN Immodaten für beispielsweise Mehrfamilienhäuser und der Kaufinserate von April bis August 2023 sowie den dazugehörigen Energieausweisen statistisch korrekt ausgewertet. Nähere Details zum Ergebnis können Sie in der in Kürze erscheinenden Studie entnehmen.

Wie zahlreiche Studien belegen, sind nach wie vor die Daten und Benchmarks von Gebäuden eine wichtige Grundlage für Entscheidungen über den Kauf, Verkauf und Sanierung von Gebäuden.


Bildquelle Header: AdobeStock_627607009

Dies war ein Beitrag im ESG SPECIAL 2023.

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