Mixed-Use-Immobilien: Vielseitigkeit als Schlüssel zum Investmenterfolg

08.11.2023

Autor

Thomas Mitzel

Thomas Mitzel

Geschäftsführer DeWert
Deutsche Wertinvestments

Hahn Gruppe

Blogbeitrag

Mixed-Use-Immobilien: Vielseitigkeit als Schlüssel zum Investmenterfolg

„Mixed-Use“ bezieht sich auf Immobilien, die verschiedene Nutzungsarten an einem Ort kombinieren. Sie sind hauptsächlich im urbanen Raum zu finden und beinhalten oftmals mehrere Gewerbeformen und Wohnen. Die Diversifikation der Mieter ist aus Rendite-Risiko-Sicht positiv zu werten.

Mixed-Use-Immobilien sind häufig ein wesentlicher Bestandteil eines Stadtviertels, welches eine multifunktionale Mischung aus Wohn-, Arbeits-, Kultur- und Freizeitflächen darstellt. Das Prinzip der kurzen Wege ermöglicht es, alles an einem Ort zu finden, was lebendige Quartiere mit Raum für Begegnungen fördert und das Zusammenleben verbessert.

Die wichtigsten Nutzungsformen von Mixed-Use-Immobilien sind:

Lebensmitteleinzelhandel

Dieser ist das Stabilitätselement der Mixed-Use-Immobilie, da er die Versorgung mit täglich benötigten Waren sicherstellt. Die bequeme Beschaffung von Lebensmitteln und Drogerieartikeln ist ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität. Ein fußläufig erreichbarer Markt ist daher ein stark nachgefragtes Merkmal einer Wohnlage.

Büro und Wohnen

Diese Nutzungsarten machen den größten Teil des Immobilieninvestmentmarktes aus und sind daher auch ein wichtiger Bestandteil des Mietermixes von Mixed-Use-Immobilien. Wohnraum ist weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen und stabilisiert somit die Mieteinnahmen. Büroflächen sind zyklischer, bieten jedoch mehr Flexibilität und höhere Renditepotenziale. In Kombination mit anderen Nutzungsarten können Büro- und Wohnflächen vielfältige Synergien erzeugen.

Gastronomie

Restaurants, Bars und Cafés haben eine wichtige soziale Funktion als Treffpunkte für Menschen aus der Umgebung. Erfolgreiche Gastronomiekonzepte ziehen Besucher an, erhöhen die Frequenz am Standort und schaffen Synergien für benachbarte Betriebe.

Gesundheit, Sport und Unterhaltung

Arztpraxen sind positiv für die Nachbarschaft und die umliegenden Geschäfte. Eine gute medizinische Infrastruktur kann ein entscheidender Faktor bei der Standortwahl für Wohn- oder Arbeitsraum sein. Sport- und Gesundheitseinrichtungen ziehen regelmäßige Besucher an und können die Verweildauer erhöhen.

Wer sind die bevorzugten Mieter?

Eine Umfrage unter 40 institutionellen Investoren für den HAHN Retail Real Estate Report 2023/24 zeigt die Nutzungsbandbreite auf, die Investoren sich bei gemischtgenutzten Immobilien vorstellen können: Als Ergänzung zum Einzelhandel zählen Arztpraxen, Büro und Wohnen zum Favoritenkreis, bei denen sich jeweils 92 Prozent, 77 Prozent bzw. 72 Prozent eine Mischnutzung gut oder sogar sehr gut vorstellen können. Hotels werden hingegen kritisch gesehen, 64 Prozent der Investoren halten sie für wenig oder gar nicht sinnvoll. Bei Freizeit & Entertainment äußern 42 Prozent Bedenken (siehe Grafik).

Expertenbefragung Einzelhandel – Eignung von Nutzungsarten in Ergänzung zum Einzelhandel in Mixed-Use-Immobilie

Quelle: HAHN Retail Real Estate Report 2023/24

Nachhaltig, flexibel und urban

Die Mixed-Use-Immobilie überzeugt als nachhaltiges Investment. Mehrgeschossig angelegt, nutzt sie das Flächenpotenzial in Zentren auf ideale Weise aus. Sie schafft Verdichtung im städtischen Raum, reduziert den Verkehr und verbessert die Versorgung der Bevölkerung mit einer Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten Dienstleistungen, Arbeiten und Wohnen.

Gerade in einem dynamischen Wirtschaftsumfeld ist es die große Stärke der Mixed-Use-Immobilie, sich stets flexibel an neue Anforderungen und ein geändertes Nachfrageverhalten anpassen zu können. Die Mixed-Use-Immobilie erlaubt es, fortlaufend den Mieterbesatz neu auszurichten und die Potenziale am Standort stets voll auszuschöpfen.

Für Immobilieninvestoren bieten sich bei Neuengagements die größten Chancen in deutschen Metropolen und Regionalzentren, welche ein hohes Zukunftspotenzial aufweisen. In die Investitionsanalyse sollten Standortfaktoren wie Soziodemographie, Regionalökonomie, Handelswirtschaft, Lebensqualität und Innovation detailliert einfließen. Zu bevorzugen sind Innenstadtlagen, Stadtquartiere oder Wohnlagen, die eine gute verkehrstechnische Erschließung aufweisen.

Fazit

Die Flexibilität der Mischnutzung, sich an neue Bedürfnisse anzupassen, ist ihre große Stärke in einer Zeit, in der Planungshorizonte kürzer werden. Mixed-Use-Investments bieten Anlegern ein attraktives Instrument, um auf Veränderungen zu reagieren und den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

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