Interview mit Bernd von Manteuffel

31.05.2021

Autor

Bernd von Manteuffel

Bernd von Manteuffel

Gründer und CEO

MIMCO Capital

Blogbeitrag

Sie haben Ihr Family Office weiterentwickelt und MIMCO Capital gegründet. Warum?

Der Ansatz war, mehr Struktur zu schaffen und alle Immobilienaktivitäten unter ein Dach zu bringen. Denn seit dem Erwerb meines ersten Mietshauses vor fast 50 Jahren habe ich neben meinen unternehmerischen Aktivitäten immer auch stark in Immobilien investiert.

Wie kam es zur Gründung von MIMCO Capital?

2017 habe ich gemeinsam mit meinem Geschäftspartner Christophe Nadal den ersten Fonds auch für andere französische Family Offices im Volumen von 150 Millionen Euro aufgelegt. Er ist voll investiert. 2018 folgte dann die Gründung von MIMCO Capital in Luxemburg. Wir haben dort einen zweiten Fonds mit 400 Millionen Euro bereits nahezu vollständig mit Kapital ausgestattet. Ein dritter Fonds ist ebenfalls bereits aufgelegt. Inzwischen haben wir neben unserem Hauptsitz in Luxemburg und der AM/PM- Niederlassung in Berlin seit 1. April 2021 auch ein Büro in Paris.

Was unterscheidet MIMCO Capital von anderen Marktteilnehmern?

Wir sind besser als viele, weil wir bei MIMCO unter einem Dach das Asset-Management und extrem wichtig, auch die eigene Hausverwaltung inklusive Vermietung haben. Hinzu kommt, dass wir vor Ort sind. All diese Faktoren schaffen eine große Nähe zu unseren Mietern, wir erfahren alle Sorgen und Wünsche ziemlich zeitnah. Viele große Fondsgesellschaften lagern hingegen abseits des Asset Managements gerne das Property- und Facility-Management aus. Das halte ich für grundfalsch. Diese Art von Outsourcing bringt erhebliche Probleme mit sich und von Mieterunzufriedenheiten erfährt man oft erst, wenn es zu spät ist.

Investiert ein Family Office anders als andere institutionelle Investoren?

Bei uns steht ganz klar die Gesamtrendite im Vordergrund. Laufende Erträge von drei oder vier Prozent mögen anderen institutionellen Investoren im Rahmen einer Buy-Hold-Strategie ausreichen, wir halten sie für deutlich zu gering. Für uns liegt der Gewinn vor allem in der Wertentwicklung. Deshalb arbeiten wir sehr hart an der Immobilie und sind für unsere Restrukturierungsexpertise bekannt. Im Mittelpunkt steht dabei immer der lukrative Verkauf der Immobilie nach ein paar Jahren Haltedauer.

Wie sieht die aktuelle Entwicklung bei Ihnen im Einzelhandels- und Bürosektor aus?

Glücklicherweise hatten wir bis dato weniger als neun Prozent pandemiebedingte Mietausfälle. Für den Bürosektor sehen wir auch weiterhin eine Nachfrage, allerdings schließen wir für uns Einzelmieter- Gebäude aus. Im Einzelhandelsbereich setzen wir in erster Linie auf Nahversorger und Fachmärkte.

Welche Standorte bevorzugen Sie bei Ihren Investitionen?

Wir gehen ganz bewusst in B- und C-Städte, wie Dorsten, Lübben oder Zweibrücken. Dort gibt es meist erheblich weniger Investoren-Wettbewerb und vor allem viel mehr Immobilien mit Wertsteigerungspotenzial.

Welche Perspektive sehen Sie für Immobilieninvestitionen in 2021 und 2022?

Ich freue mich auf die nächsten zwei Jahre, denn Umbrüche und Krisen bieten immer große Chancen. Gerade im Immobilienbereich werden wir intensives Rosinenpicken betreiben können.

Bernd von Manteuffel ist seit vielen Jahrzehnten erfolgreicher Unternehmer und hat früh mit der JURAG AG ein Family Office zur Verwaltung der eigenen Immobilienbestände aufgebaut. 2018 gründete er mit einem französischen Partner die in Luxemburg ansässige Immobiliengesellschaft MIMCO Capital. Sie legt Fonds für andere Family Offices und weitere institutionelle Investoren auf.

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